| Veranstaltung: | Mitgliederversammlung 26/1 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | TOP 4.1. Wahl der Sprechenden (offener Platz) |
| Antragsteller*in: | Luna Sahling |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 09.03.2026, 13:09 |
B1: Luna Sahling
Selbstvorstellung
(Unter meiner Bewerbung findet ihr den Text in einfacher Sprache übersetzt mit
https://www.leichte-sprache-uebersetzer.de/)
Ihr Lieben,
Es muss Ende 2016 gewesen sein. Ich war gerade in der dritten Klasse. Meine Welt
war eigentlich noch ziemlich klein. Sie bestand aus dem wöchentlichen
Ballettunterricht, der Schule, dem Hort und der morgendlichen logo!-Sendung beim
Frühstück. Doch die Nachrichten von draußen drangen trotzdem- oder vielleicht
gerade deshalb - bereits langsam in die Klassenzimmer der Fürstenrieder
Grundschule.
Ich erinnere mich noch ganz genau, wie ich mit Freund*innen die Treppe zum
Unterricht hochlief. Wir versuchten, das für uns Unbegreifliche, den Sieg von
Donald Trump, mit der einzigen Waffe zu bekämpfen, die wir als Kinder hatten:
Humor.
Wir machten uns über die „bösen Männer“ der Welt lustig (eine Beschäftigung, der
ich im Grunde auch heute noch gerne nachgehe). Trump war das Trampeltier, Putin
die Pute und Erdogan war irgendwie auch eine Pute. Wir lachten, aber es war mehr
dieses typische Lachen, das eigentlich nur etwas verdecken soll: Angst.
Angst vor der Zukunft. Angst vor den Auswirkungen der Herrschaft eines
Verrückten. Angst vor einer Eskalation, die wir nicht kontrollieren konnten.
Wir sahen in Trump damals eine Witzfigur, noch nicht den Faschisten, der er ist.
Aber schon damals spürte ich: Da draußen werden von alten, weißen Männern
Entscheidungen getroffen, die unsere Zukunft massiv bedrohen. Damals dachte ich
noch, dass wir hilflos sind und nur zuschauen können.
Diese kleine Szene im Treppenhaus war der Moment, in dem mir klar wurde, dass
man die Welt nicht den autoritären Fantasien dieser Männer überlassen darf.
Diese kleine Szene ist keine bloße Kindheitserinnerung. Es waren Berührungen mit
systemischen Fehlern!
Paneuropäisches Leben & Antifaschismus
In der Grundschule war mein Lieblingslied „Kleine Europäer“ von Rolf Zuckowski.
Da gibt es diese eine Zeile: „Wozu sind Grenzen da?“. Als Kind war es für mich
eine daher gesungene Frage. Klar, wer mag schon Grenzen, wenn man in den Urlaub
will, braucht da ja alles viel zu lange. Doch während ich älter wurde, musste
ich zunehmend beobachten, wie Grenzen in Europa nicht nur geografisch wieder
hochgezogen wurden, sondern vor allem in den Köpfen.
Der Kampf gegen den Faschismus ist für mich untrennbar mit der Vision eines
grenzenlosen, solidarischen Europas verbunden. Wenn wir heute über
Antifaschismus reden, dann dürfen wir nicht an der deutschen Grenze haltmachen.
Paneuropäisches Leben bedeutet für mich, dass wir diese Kämpfe gemeinsam führen
– von München nach Lissabon, von Budapest nach Brüssel.
Feminismus & Repräsentation
Ähnlich prägend war eine Irritation, die mich schon früh beim Hören von Bibi
Blocksberg begleitete. Im Titellied heißt es: „Denn sie ist euer bester Freund!“
Ich saß da und hab nicht verstanden, weshalb es nicht Freundin heißt! Bibi ist
doch ein Mädchen, sie ist die Protagonistin, weshalb wird sie im wichtigsten
Moment ihrer eigenen Story männlich konnotiert? Damals war es ein reines
Sprachgefühl. Heute kenne ich den Namen hinter dem Phänomen: Generisches
Maskulinum
Es ist das Synonym für eine Welt, in der FLINTA* zwar die Hauptrolle spielen
dürfen, aber nur wenn sie sich dem patriarchalen Ideal anpassen. Feminismus
bedeutet für mich diese Muster aufzubrechen und aktiv zu zerschlagen. Wir
brauchen eine Politik, die nicht nur „mit meint“, sondern Räume schafft, in
denen unsere Identität nicht verhandelt werden muss.
Heute stehe ich nicht mehr im Treppenhaus der Grundschule, sondern auf den
Straßen einer Stadt, in der sich junge Menschen keine Wohnung mehr leisten
können und in der die Schere zwischen Arm und Reich die soziale Kälte befeuert.
Die Grüne Jugend ist für mich häufiger der Ort, der sich so sicher anfühlt wie
das Kinderzimmer von früher. Aber wir sind auch der Verband, der den Finger in
die Wunde legt. Ich möchte diesen Spagat als Sprecherin der Grünen Jugend
München mit euch gestalten:
Geborgenheit nach innen, kompromisslose Kante nach außen.
Du hast Fragen zu mir und meinen Plänen, dann meld dich gerne auf Instagram oder
Telegram
insta: themoon_iscalling_
telegram: themoonis_calling
Meine Bewerbung in einfacher Sprache:
Ihr Lieben,
Das war Ende 2016. Ich ging damals in die 3. Klasse. Meine Welt war noch
ziemlich klein. Ich ging einmal pro Woche zum Ballett. Außerdem gab es die
Schule und den Hort. Beim Frühstück schaute ich immer die Kindernachrichten
logo!
Aber Nachrichten von draußen kamen trotzdem langsam zu uns. Vielleicht gerade
deshalb. Sie erreichten auch die Klassenzimmer der Fürstenrieder Grundschule.
Ich erinnere mich noch genau an einen Moment. Ich lief mit Freunden die Treppe
zum Unterricht hoch. Wir sprachen über etwas Unbegreifliches: Donald Trump hatte
gewonnen. Als Kinder hatten wir nur eine Waffe dagegen. Wir machten Witze
darüber.
Wir machten uns über bestimmte Politiker lustig. Trump nannten wir das
Trampeltier. Putin und Erdogan waren für uns beide eine Pute. Das mache ich
heute eigentlich immer noch gerne.
Aber unser Lachen war nicht ehrlich. Es sollte etwas anderes verdecken: unsere
Angst.
Wir hatten Angst vor der Zukunft. Wir hatten Angst vor dem, was diese Männer als
Herrscher anrichten würden. Und wir hatten Angst vor einer Eskalation, die wir
nicht kontrollieren konnten.
Damals sahen wir Trump noch als Witzfigur. Wir erkannten nicht, dass er ein
Faschist ist.
Schon damals merkte ich etwas. Draußen treffen alte Männer Entscheidungen. Diese
Entscheidungen bedrohen unsere Zukunft stark. Damals dachte ich noch: Wir sind
hilflos. Wir können nur zuschauen.
Dann gab es eine kleine Szene im Treppenhaus. In diesem Moment wurde mir klar:
Wir dürfen die Welt nicht diesen Männern überlassen. Sie haben autoritäre
Fantasien. Das bedeutet: Sie wollen bestimmen und kontrollieren. Diese kleine
Szene war nicht nur eine Kindheits-Erinnerung. Es waren Berührungen mit
systemischen Fehlern. Systemisch bedeutet: Die Fehler stecken im ganzen System.
In der Grundschule hatte ich ein Lieblingslied. Es hieß „Kleine Europäer" von
Rolf Zuckowski. Darin gibt es eine Zeile: „Wozu sind Grenzen da?". Als Kind
mochte ich Grenzen nicht. Sie machten die Reise in den Urlaub immer viel zu
lang. Grenzen wurden in Europa wieder wichtiger. Das galt nicht nur für echte
Landesgrenzen. Es galt auch für Grenzen in den Köpfen der Menschen. Für mich
gehört der Kampf gegen Faschismus zu einer Vision. Diese Vision ist ein Europa
ohne Grenzen. Ein Europa, in dem die Menschen zusammenhalten. Deshalb darf
Antifaschismus nicht an der deutschen Grenze aufhören. Wir müssen diese Kämpfe
gemeinsam führen. Von München nach Lissabon. Von Budapest nach Brüssel.
Schon früh hat mich etwas bei Bibi Blocksberg irritiert.
Im Bibi-Blocksberg-Lied steht: Denn sie ist euer bester Freund. Ich habe mich
gefragt: Warum steht da nicht Freundin? Bibi ist doch ein Mädchen und die
Hauptfigur. Trotzdem wird sie im wichtigsten Moment männlich bezeichnet. Damals
war das nur ein Sprachgefühl. Heute kenne ich den Begriff dafür: Generisches
Maskulinum.
Das generische Maskulinum bedeutet: Man benutzt die männliche Form und meint
alle mit. Das ist ein Zeichen für eine Welt, in der FLINTA* zwar die Hauptrolle
spielen dürfen. Aber nur wenn sie sich den männlichen Regeln anpassen. Für mich
bedeutet Feminismus: Diese Muster aufbrechen und aktiv zerschlagen. Wir brauchen
eine Politik, die nicht nur mitmeint. Wir brauchen Räume, in denen unsere
Identität nicht verhandelt werden muss.
Ich möchte Sprecherin der Grünen Jugend München werden. Dabei geht es mir um 2
Dinge: Wir sollen uns untereinander unterstützen und sicher fühlen. Nach außen
müssen wir aber klar und konsequent auftreten.
In München können sich junge Menschen kaum noch eine Wohnung leisten. Der
Unterschied zwischen Arm und Reich wird immer größer. Deshalb braucht es die
Grüne Jugend. Wir sprechen unangenehme Wahrheiten aus und fordern Veränderung.
Für mich ist die Grüne Jugend ein Ort, an dem ich mich geborgen fühle. Genau das
möchte ich auch anderen bieten.
Ihr habt Fragen an mich oder zu meinen Plänen? Dann meldet euch gerne. Ihr
findet mich auf Instagram unter themoon_iscalling_ oder auf Telegram unter
themoonis_calling.
- GJ-Erfahrung:
- Beisitzerin im GJM Vorstand
- Identifizierst du dich als FLINTA*:
- Ja
- Identifizierst Du Dich mit einer oder mehreren von struktureller Diskriminierung betroffenen Gruppen?:
- Ja
- Alter:
- 18
- Hobbys:
- Lesen, Podcasts hören und kochen