| Veranstaltung: | Mitgliederversammlung 26/1 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | TOP 4.2. Wahl der Beisitzenden (abhängig von Ausgang 4.1) |
| Antragsteller*in: | Felix Meyer |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 15.03.2026, 16:24 |
B2: Felix Meyer
Selbstvorstellung
Ihr Lieben,
Fast zwei Jahre darf ich die Grüne Jugend München nun schon mein politisches
Zuhause nennen. Wie vielleicht manche von euch auch, bin ich ursprünglich zur GJ
gekommen, weil wir vom Treffen der AfD in Potsdam und ihren rassistischen
Deportationsfantasien mitbekommen haben. Die Situation hat sich seitdem nicht
verbessert: Nach wie vor gehören rechte Parolen zum politischen Alltag, Trump
ist in seiner zweiten Amtszeit und die AfD ist stärker denn je.
Queeres Leben steht zunehmend unter Beschuss. Bereits im Koalitionsvertrag, der
kleinen Koalition wurde beschlossen, das Selbstbestimmungsgesetz “evaluieren” zu
wollen und demnach auch gegebenenfalls abzuschaffen. Die Regierung unter
Friedrich Merz hat angekündigt, den Aktionsplan “Queer leben” nicht weiterführen
zu wollen. In den letzten Monaten waren aus den Reihen der Union und dem
Innenministerium immer wieder Forderungen, nach einem Sonderregister für Trans*
und Nicht-Binäre Personen zu hören. Diese Forderungen gefährden erst einmal
“nur” INTA*-Personen direkt, aber das Zurückdrehen queerfeministischer
Errungenschaften wird dort nicht enden. Schließlich eignen sich alle
marginalisierten Gruppen bestens, als Sündenböcke für rechte und faschistische
Politik. Umso wichtiger ist es jetzt, dass wir Solidarität zeigen, Zusammenhalt
fördern und eine Grüne Jugend aufbauen, die queerfeministische Kämpfe konsequent
unterstützt.
Aber nicht nur queerfeindliche Einstellungen nehmen zu, auch der Faschismus
selbst ist auf dem Vormarsch. Eingebettet ist er in eine Zeit, die von
wirtschaftlicher Rezession geprägt ist. Deshalb ist für mich ganz klar:
Faschismus ist eine Klassenfrage. Wenn der Kapitalismus in die Krise gerät,
leiden Menschen darunter. Ihre Löhne stagnieren und die Lebenshaltungskosten
steigen drastisch. Viele verlieren den Job und unter diesen Bedingungen eine
Wohnung zu finden, gleicht der Suche der Nadel im Heuhaufen. In dieser
Unsicherheit werden viele anfällig für populistische Erzählungen. Das hat in den
letzten Jahren besonders die AfD agitatorisch ausgenutzt. Deshalb muss unser
Antifaschismus bei der Sozialpolitik anfangen. Wir als Grüne Jugend müssen uns
konsequent gegen jede Kürzung des Sozialstaats stellen und die bestehenden
Machtverhältnisse radikal hinterfragen. Eine gerechte Gesellschaft entsteht
nicht durch Symbolpolitik, sondern durch spürbare materielle Verbesserungen im
Alltag aller.
Es gibt also genug zu tun – und gerade deshalb dürfen wir jetzt nicht aufgeben,
sondern müssen weiter für das gute Leben, für alle kämpfen. Die Grüne Jugend ist
für mich der Ort, wo ich mich in diesen Kämpfen einbringen möchte.
Aber so toll der Verband auch ist, sehe ich auch bei uns Herausforderungen. Wer
sich in der GJ umsieht, begegnet schnell einer ganz eigenen politischen Sprache.
Wir sprechen von Klassenfrage, von FLINTA* oder von Gerechtigkeit – doch was
genau meinen wir eigentlich damit? Hier müssen wir alle Menschen, ganz gleich
mit welchem Vorwissen, abholen. Bildungsarbeit bedeutet für mich deshalb, diese
Begriffe gemeinsam zu klären und niederschwellig ein Verständnis für sie zu
entwickeln. Dazu möchte ich besonders an die Arbeit des diesjährigen
Bildungsteams - in dem ich Mitglied bin - anknüpfen und uns bewusst machen, was
wir unter Klassen verstehen – und was nicht. Austausch, wie diesen halte ich für
notwendig, auch um für uns Wege zu finden, unsere Sprache inklusiver zu
gestalten. So kann Bildungsgerechtigkeit gefördert werden – damit wirklich alle
Menschen bei uns Zugang und Mitgestaltung auf Augenhöhe erfahren können.
Dabei ist mir bewusst, dass ich natürlich nicht alle Perspektiven in die
Vorstandsarbeit selbst einbringen kann. Genau hier sehe ich aber meine Aufgabe
als Beisitzer*in: Ansprechperson zu sein, zuzuhören, eure Ideen aufzunehmen und
sie in konkrete Vorstandsarbeit mitzunehmen. Aktionen, Kampagnen oder
Bildungsangebote dürfen nicht im kleinen Kreis entstehen, sondern aus der Basis
heraus. Denn ein Verband, wie die Grüne Jugend, lebt nicht durch seine
Vorstände, sondern von den vielen Menschen, die tagtäglich für das gute Leben
für alle kämpfen - von euch!
Ihr habt Fragen zu mir oder meinen politischen Vorstellungen? Dann schreibt mir
gerne auf Telegram unter Felix_Meyer7
Euer Felix
Meine Bewerbung in einfacher Sprache:
Ihr Lieben,
Ich bin seit fast zwei Jahren bei der Grünen Jugend München.
Für mich ist das der richtige Ort für Politik.
Ich bin gekommen, weil die AfD 2023 ein Treffen in Potsdam hatte.
Sie will Menschen mit anderer Herkunft abschieben.
Seitdem ist die Lage nicht besser geworden.
Die Politik wird immer rechter.
Vor allem das Leben von queeren Menschen ist in Gefahr.
Die Regierung will das Selbstbestimmungsgesetz prüfen.
Danach könnte das Gesetz abgeschafft werden.
Einige Politiker*innen fordern sogar Listen für trans* und nicht-binäre
Menschen.
Das betrifft erstmal nur bestimmte queere Menschen.
Aber solche Forderungen gefährden auch andere Gruppen.
Rechte Politik macht oft Schwache oder Minderheiten für Probleme verantwortlich.
Deshalb ist Solidarität jetzt wichtig.
Wir müssen zusammenhalten und als Grüne Jugend gemeinsam kämpfen.
Nicht nur Hass gegen queere Menschen ist ein Problem.
Faschismus ist immer noch da.
Für mich hängt Faschismus mit Armut zusammen.
Wenn es der Wirtschaft schlecht geht, leiden die Menschen.
Viele haben weniger Geld, Preise steigen aber.
Manche verlieren ihre Arbeit.
Es ist schwer, eine Wohnung zu finden.
In schwierigen Zeiten hören manche Menschen auf einfache Erzählungen von rechten
Parteien, wie der AfD.
Deshalb beginnt Antifaschismus bei guter Sozialpolitik.
Wir müssen den Sozialstaat verteidigen.
Wir müssen ungerechte Machtverhältnisse ändern.
Eine gerechte Gesellschaft gibt es nur, wenn das Leben für alle wirklich besser
wird.
Wir haben also viel zu tun.
Wir kämpfen gemeinsam für das gute Leben für alle.
Die Grüne Jugend ist für mich der beste Ort dafür.
Aber auch bei uns gibt es Probleme.
Unsere Sprache ist manchmal schwer zu verstehen.
Wir benutzen Wörter wie Klassenfrage, FLINTA* oder Gerechtigkeit.
Viele wissen nicht, was das bedeutet.
Bildungsarbeit heißt für mich: Wir klären diese Begriffe gemeinsam.
Alle sollen verstehen können, was wir meinen.
Ich finde es wichtig, die Arbeit des Bildungsteams fortzuführen.
Solche Gespräche helfen, die Sprache einfach und verständlich zu machen.
Nur so können alle mitmachen und mitreden.
Als Beisitzer*in möchte ich eine Ansprechperson sein.
Ich möchte euch zuhören und eure Ideen aufnehmen.
Gemeinsame Aktionen oder Bildungsideen sollen von euch kommen.
Die Grüne Jugend lebt von euch und euren Ideen.
Habt ihr Fragen an mich?
Oder wollt ihr mehr über mich wissen?
Dann schreibt mir gerne auf Telegram: Felix_Meyer7.
Felix
- GJ-Erfahrung:
- GJM Vielfaltsteam 2024; GJM Bildungsteam seit Dezember 2025
- Identifizierst du dich als FLINTA*:
- Ja
- Identifizierst Du Dich mit einer oder mehreren von struktureller Diskriminierung betroffenen Gruppen?:
- Ja
- Alter:
- 19
- Hobbys:
- Lesen, Podcasts hören, Fotografie, Astronomie, RPGs