| Veranstaltung: | Vierte Mitgliederversammlung 26/4 (Jahreshauptversammlung) |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | TOP 2 Arbeitsprogramm 2027 |
| Antragsteller*in: | Vorstand der GRÜNEN JUGEND München (dort beschlossen am: 05.11.2026) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 05.11.2026, 11:36 |
A5: Arbeitsprogramm 2027
Antragstext
Tausende junge Menschen sind am 31. Oktober auf die Straße gegangen, um dafür zu
kämpfen, dass ihre Stimmen gehört werden. Steigende Lebenshaltungskosten, die
dazu führen, dass sich immer mehr Menschen ihre Miete nicht mehr leisten können,
immer heißere Sommer, die wir in überhitzten Klassenzimmern verbringen müssen,
und steigende Wahlergebnisse der AfD sorgen für Verunsicherung und
Zukunftsängste. Umso wichtiger ist es jetzt, Hoffnung zu organisieren. Als GRÜNE
JUGEND München wollen wir gemeinsam für eine gerechte, solidarische und
klimagerechte Zukunft kämpfen.
Hoffnung zu organisieren bedeutet für uns, Menschen zusammenzubringen und ihnen
die Möglichkeit zu geben, selbst politisch wirksam zu werden. Wir wollen ein
politisches Zuhause sein, in dem junge Menschen sich weiterbilden, Gemeinschaft
erleben, Verantwortung übernehmen und ihre eigenen politischen Fähigkeiten
entwickeln können. Ganz egal, ob auf der Straße, in der Partei, in Bündnissen
oder beim gemeinsamen Barabend. Wir wollen der Verunsicherung eine Perspektive
entgegensetzen und zeigen, dass Veränderung möglich ist. Wir wollen eine starke
linke Stimme in München sein, die Menschen zusammenbringt und gemeinsam mit
ihnen für eine Stadt kämpft, in der ein gutes Leben für alle möglich ist.
Bildungsarbeit ist eine zentrale Säule der GRÜNEN JUGEND München. Wir wollen
damit unsere politischen Werte vermitteln und Menschen dazu befähigen, selbst
politisch aktiv zu werden und sich für ein gutes Leben für alle einzusetzen. Um
möglichst viele Menschen abzuholen, soll es Workshops in verschiedenen
Schwierigkeitsstufen geben. Nach Möglichkeit sollen im kommenden Jahr vier
Grundlagenworkshops stattfinden. Zentral bleibt dabei die Grundlagen-
Bildungsarbeit und die Auseinandersetzung mit linken Theorien, die das Fundament
unseres politischen Denkens und unserer politischen Praxis bilden. Um diese
theoretischen Ansätze auch in die Praxis zu übertragen, wollen wir uns
methodisch weiterbilden und uns das nötige politische Handwerkszeug aneignen, um
linke Politik Realität werden zu lassen. Nach Möglichkeit sollen hierfür
mindestens zwei Veranstaltungen mit dem Ziel der gemeinsamen Antragsverfassung
stattfinden, auch um diese bei Mitgliederversammlungen oder Stadtparteitagen
einzubringen.Ziel unserer Bildungsarbeit ist es, theoretische Analysen und
politische Praxis zusammenzubringen.
Um all dies umzusetzen, soll im kommenden Amtsjahr ein Bildungsteam
ausgeschrieben und eingesetzt werden. Das Bildungsteam soll die
Bildungsstrategie der GRÜNEN JUGEND München erarbeiten und regelmäßige
Bildungsveranstaltungen organisieren. Nach Möglichkeit soll es auch im kommenden
Jahr eine Herbst- oder Frühjahreswerkstatt geben, um sich ein gesamtes
Wochenende intensiv mit einem Thema auseinanderzusetzen. Inhaltlich wollen wir
uns im ersten Halbjahr mit dem Thema „Kapitalismuskritik“ und im zweiten
Halbjahr mit dem Thema „Organizing“ auseinandersetzen. Zudem sollen aktuelle
politische Probleme und Fragen aufgegriffen und deren Hintergründe gemeinsam
näher beleuchtet werden. Bei unseren Bildungsveranstaltungen wollen wir darauf
achten, diese möglichst inklusiv und partizipativ zu gestalten, indem
unterschiedliche Erfahrungsstände berücksichtigt, methodische und theoretische
Vielfalt ermöglicht und ausreichend Raum für offene Debatten geschaffen wird.
Die GRÜNE JUGEND München ist ein queerfeministischer Verband. Ob sich jemand
traut zu kandidieren, ob sich alle bei uns zuhause fühlen und ob jede Stimme
Gewicht hat, kann aber keine Quote allein regeln. Zur Förderung von FLINTA*-
Personen (Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre, trans und agender Personen)
setzen wir wieder ein FLINTA*-Förderteam ein, welches uns bei der Umsetzung
unterstützt. 2027 organisieren wir mindestens zwei FLINTA*-only Socializing-
Events und ein methodischen FLINTA*-only Workshop. Auch die FLINTA*-Fahrt bleibt
ein fester Teil unseres Jahres. Die Schwerpunkte setzt das Team nicht allein:
Wir laden alle FLINTA*-Personen im Verband zu einem FLINTA*-Plenum ein. Damit
Ermutigung nicht an einzelnen Abenden hängt, bauen wir nach Möglichkeit eine
feste Empowerment-Struktur auf durch beispielsweise ein Mentoring-Programm.
In FLINTA*-Räumen stehen häufig die Erfahrungen von cis-endo Frauen im
Mittelpunkt – also von Frauen, die sich mit dem ihnen bei der Geburt
zugewiesenen Geschlecht identifizieren (cis) und sich innerhalb des binären
Geschlechtersystems verorten (endo). Inter, nicht-binäre, trans und agender
Personen fühlen sich dort nicht automatisch gemeint. Wir prüfen, ob wir INTA*-
only Veranstaltungen anbieten können. Weil INTA*-Personen in einem einzelnen
Kreisverband oft nur wenige sind, wollen wir dafür mit anderen Kreisverbänden
der GRÜNEN JUGEND, insbesondere aus Oberbayern, zusammenarbeiten. In allen
FLINTA*-Formaten denken wir INTA*-Perspektiven von Anfang an mit: bei Themen,
Referent*innen und Einladungen.
Unsere Quoten sollen FLINTA*-Personen stärken, können aber zu einem Outing
zwingen, etwa in offenen Debatten und Fragerunden, die in der Regel quotiert
sind. Deshalb wollen wir nach Möglichkeit ein Quotierungsverfahren für offene
Debatten entwickeln, das eine Selbstkennzeichnung ohne Outing ermöglicht, und es
in Satzung und Geschäftsordnung festschreiben. Auch möchten wir unsere Formulare
prüfen, sodass niemand die eigene Geschlechtsidentität offenlegen muss. Außerdem
prüfen wir, wie unsere Satzung INTA*-Personen gezielt fördern kann.
Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt gibt es auch in linken und grünen
Strukturen. Wir klären darüber auf, wie sie entstehen und woran man sie erkennt
und machen sichtbar, an wen sich Betroffene bei uns und außerhalb wenden können.
Dies gilt insbesondere für Betroffene, bei denen sich der Vorwurf gegen
Verantwortungstragende richtet.
Workshops zu solidarischer Männlichkeit bieten wir weiter an. Sie richten sich
an cis endo Männer stehen aber nicht im Mittelpunkt unserer FLINTA*-Förderung.
Solidarische Männlichkeit zeigt sich im Alltag: darin, wer bei Treffen Protokoll
schreibt, aufräumt, Neue anspricht und anderen den Vortritt lässt.
Vielfaltsförderung ist seit Jahren eine Säule unserer Arbeit. Der Begriff selbst
ist aber umstritten: Er beschreibt Unterschiede, sagt jedoch wenig über die
Machtverhältnisse, die Menschen ausschließen. Deshalb wollen wir darüber
sprechen, ob wir einen neuen Begriff brauchen. Unser Anspruch bleibt derselbe:
Klassismus, Rassismus, Antisemitismus, Ableismus und Queerfeindlichkeit gibt es
auch bei uns. Menschen mit Diskriminierungserfahrungen sollen bei uns Raum haben
und mitentscheiden.
Auch nächstes Jahr schreiben wir wieder ein Vielfaltsteam aus, das im Laufe des
Prozesses gegebenenfalls einen neuen Namen bekommt. Es vernetzt Menschen mit
Diskriminierungserfahrungen, hinterfragt unsere Strukturen kritisch und
begleitet die Arbeit an Begriff und Statut. Bei der Vernetzung legen wir den
Fokus stärker auf externe Verbände.
Auch 2027 veranstalten wir ein Antirassismus-Forum, und der Vorstand arbeitet
weiter daran, unseren Verband für migrantisierte Personen zugänglicher und
attraktiver zu machen. Aus der Inklusionsstrategie, die die GRÜNE JUGEND auf dem
60. Bundeskongress im Oktober 2026 beschlossen hat, entwickeln wir ein Konzept
für München und setzen es vor Ort um, mit Fokus auf Aufklärungsarbeit und
inklusiver Informationsverbreitung.
Wer in München linke Politik macht, soll an der GRÜNEN JUGEND München nicht
vorbeikommen. Wir wollen linke Bündnisse in München stärken und uns aktiv dafür
einsetzen, dass links-grüne, emanzipatorische und antisemitismuskritische
Stimmen in der Münchner Stadtgesellschaft und der linken Bewegung sichtbar
bleiben und nicht an den Rand gedrängt werden, beispielsweise durch den
Westasien Konflikt. Dafür möchten wir nach Möglichkeit im kommenden Jahr eine
Strategie mit nachvollziehbaren Kriterien erarbeiten, nach denen wir
entscheiden, wo wir mitarbeiten. Dafür holen wir uns Expertise von Fachstellen
und die Perspektiven von Betroffenen, jüdischen wie palästinensischen und
muslimischen ein.
Wir setzenauf dauerhafte Beziehungen statt auf einzelne Auftritte, weshalb wir
für unsere Bündnisse feste Ansprechpersonen benennen wollen. Wir prüfen, ob auch
erfahrene Mitglieder außerhalb des Vorstands die GRÜNE JUGEND München
verbindlich in Bündnissen unterstützend vertreten können, mit einem klaren
Auftrag und regelmäßiger Rückmeldung an Vorstand und Mitglieder. Neue Mitglieder
nehmen wir nach Möglichkeit zu Bündnistreffen mit, damit Wissen und Kontakte im
ganzen Verband wachsen.Wir wollen auch auf Organisationen zugehen, die der
GRÜNEN JUGEND München heute kritisch gegenüberstehen.
Ein zentraler Bestandteil unserer Bündnisarbeit bleibt die Beteiligung an
zentralen Aktionstagen und politischen Mobilisierungen. Wir wollen
queerfeministische Bündnisse weiter stärken und uns insbesondere an den Aktionen
rund um den feministischen Kampftag am 8. März, an der Pro-Choice-Demo sowie an
den Christopher Street Days in München und in unseren Landkreisen beteiligen.
Ebenso wollen wir unsere antirassistische Bündnisarbeit fortführen und
insbesondere Initiativen wie „OEZ Erinnern!“ unterstützen. Die Erinnerung an
rassistische Gewalt, das solidarische Gedenken an die Betroffenen und vor allem
die Auseinandersetzung mit strukturellem Rassismus, auch innerhalb unserer
eigenen Strukturen, müssen dauerhaft Teil unserer politischen Praxis bleiben.
Wir wollen die Zusammenarbeit mit Gewerkschaften und insbesondere mit
Gewerkschaftsjugenden ausbauen. Wir möchten Sozialproteste unterstützen, Streiks
und Tarifauseinandersetzungen solidarisch begleiten, die Interessen junger
Beschäftigter und Auszubildender stärker in den Mittelpunkt rücken. Dafür gehen
wirAm 1. Mai auf die Straße. Außerdem wollen wir uns mit Organisationen und
Initiativen vernetzen, die vor Ort konkret helfen, etwa in der Obdachlosenhilfe,
und dabei lernen.
Um gesellschaftliche Mehrheiten für linke Positionen zu gewinnen und daraus
echten Druck für politische Veränderung aufzubauen, wollen wir junge Menschen
langfristig politisch organisieren. Das gelingt am besten, wenn wir uns in
konkrete Konflikte vor Ort einbringen, auch außerhalb von Wahlkampfzeiten. Auf
Straßen kommen wir mit Menschen ins Gespräch und kämpfen gemeinsam mit ihnen für
spürbare Verbesserungen. Nach Möglichkeit möchten wir deshalb eine
Hitzeschutzaktion im Sommer durchführen, bei der wir Menschen auf der Straße auf
dieses Thema aufmerksam machen.
Solidarische Praxis heißt für uns, Veränderungen nicht nur zu fordern, sondern
sie gemeinsam mit anderen konkret zu gestalten und direkt vor Ort wirksam zu
werden. Für einen nachhaltigen gesellschaftlichen Linksruck müssen wir auch
vermeintlich vorpolitische Räume besetzen. Wenn möglich möchten wir deshalb im
kommenden Amtsjahr wieder ein Format wie „Disko und Diskurs“ umsetzen. Wir
wollen dort präsent sein, wo Menschen Unterstützung brauchen: im Kampf gegen
Leerstand und Mietwucher, Diskriminierungserfahrungen und anderen Belastungen
sowie durch die Unterstützung sozialer Projekte. Dazu gehört für uns auch, die
Kartentauschaktion weiter zu unterstützen, bei der Geflüchtete mit der
entwürdigenden Bezahlkarte gekaufte Gutscheine gegen Bargeld eintauschen können.
Dabei wollen wir stärker mit externen Partner*innen zusammenarbeiten, etwa mit
Sozialberater*innen oder Mieter*innenvereinen, sowohl für unsere eigene
Weiterbildung als auch bei konkreten Aktionen. Außerdem hat der Vorstand als
Ziel Räume für eigene Projekte von Mitgliedern zu schaffen und diese bestmöglich
unterstützen.
Auch untereinander wollen wir eine solidarische Praxis leben. So soll im
nächsten Amtsjahr geprüft werden, ob eine offene Tauschbörse eingerichtet werden
kann und in regelmäßigen Abständen ein gemeinsamer Lernraum stattfinden kann. So
fördern wir Strukturen, die echte Solidarität im Alltag möglich machen, und
zeigen gleichzeitig, dass viele Missstände in unserer eigenen Lebensrealität
politisch sind.
Solidarität endet für uns nicht an der Stadtgrenze. Als einer der größten
Kreisverbände tragen wir Verantwortung für unseren Verband in ganz Bayern und
darüber hinaus. Viele Kreisverbände, gerade im ländlichen Raum und in
Ostdeutschland, kämpfen mit wenigen Aktiven gegen große Herausforderungen. Im
ersten Halbjahr laden wir deshalb umliegenden Kreisverbände zu einem
Vernetzungstreffen unter dem Motto „Münchner Speckmantel“ ein. Wenn in einem
Landkreis ein CSD, eine Demo gegen eine AfD-Veranstaltung oder eine Aktion
ansteht, mobilisieren wir aus München mit.
Wir wollen außerdem eine Partnerschaft mit einem ostdeutschen Verband aufbauen
und sie so gezielt unterstützen. Aktive aus dem Partnerverband laden wir zur
Herbstwerkstatt und zur FLINTA*-Fahrt ein, gerne auch in die Planung. Damit
niemand wegen Geld zu Hause bleibt, übernehmen wir nach Möglichkeit die
Fahrtkosten, für unsere Mitglieder und für unsere Gäste.Unser Wissen geben wir
so weiter, dass es vor Ort bleibt: Statt Social-Media-Kacheln für andere zu
bauen, zeigen wir in gemeinsamen Workshops, wie es geht, und stellen unsere
Vorlagen, Checklisten und Leitfäden offen zur Verfügung.So stärken wir nicht nur
andere, sondern lernen auch selbst dazu und wachsen als Verband enger zusammen.
Wir organisieren mindestens einen Bildungsabend über ostdeutsche
Lebensrealitäten und antifaschistische Arbeit im Osten, bei dem Aktive aus dem
Partnerverband selbst sprechen. Ostsozialisierte Mitglieder der GRÜNEN JUGEND
München sprechen wir gezielt an und laden sie ein, die Partnerschaft
mitzugestalten. Wir benennen deshalb eine feste Ansprechperson, die den Kontakt
zu unseren Partner*innen hält. Mitglieder, die Lust haben, können jederzeit
mitmachen. Für unsere Unterstützung planen wir einen festen Anteil unseres
Haushalts ein. Auf der Mitgliederversammlung am Jahresende berichten wir, was
wir gemeinsam erreicht haben, was wir gelernt haben und was unsere Partner*innen
sich anders wünschen.
Wir wollen regelmäßig niedrigschwellige Neumitglieder- und Interessiertentreffen
anbieten, insbesondere auch im FLINTA*-only Format. Dafür wollen wir unsere
Neumitgliedereinbindung konsequent an der Neumitgliederstrategie der Bundesebene
ausrichten und an unsere Strukturen anpassen. Neben dem Vorstand und den
Ortsgruppen sollen auch erfahrene Mitglieder, außerhalb von Vorstand und Teams,
aber auch insbesondere OrtsgruppenVerantwortung übernehmen und Neumitglieder bei
ihrem Einstieg und ihrer weiteren Entwicklung unterstützen. Auch auf den
Neumitgliederabenden der GRÜNEN München wollen wir weiterhin präsent sein.
Um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken, wollen wir einen größeren Anteil unserer
Treffen bewusst als Socializing-Treffen gestalten und den Spaß in den
Vordergrund rücken. Beteiligungsmöglichkeiten außerhalb von Vorstand und Teams
wollen wir besonders niedrigschwellig gestalten, damit Mitglieder unabhängig von
Vorerfahrung und zeitlichen Kapazitäten mitmachen können.
Für unsere Ortsgruppen wollen wir zusätzlich Organizing-Workshops anbieten, die
sie dabei unterstützen, Mitglieder vor Ort anzusprechen, einzubinden und
langfristig zu aktivieren. Darüber hinaus wollen wir Kompetenzen vermitteln, die
auch für die Mitarbeit in der Grünen Partei oder für politisches Engagement in
zivilgesellschaftlichen Organisationen hilfreich sind. Insbesondere Engagement
durch aktive Beteiligung an Demonstrationen wollen wir aktiv unterstützen und
Mitglieder beispielsweise in der Organisation von Demonstrationen befähigen.
Unsere Verantwortungsträger*innen wollen wir zudem durch Formate wie das Koordi-
Forum und, wenn möglich, ein Koordi-Wochenende fortbilden und Mitglieder zur
Teilnahme an Veranstaltungen der Landes- und Bundesebene, etwa dem
Schwerpunktseminar und dem Frühjahrskongress, motivieren.
Als eigenständige Jugendorganisation von B90/DIE GRÜNEN haben wir eine besondere
Chance: Auf der Straße und in Bündnissen machen wir Druck von außen. In der
Partei entscheiden wir mit, wofür BÜNDINS 90/DIE GRÜNEN in München stehen und
was am Ende umgesetzt wird. Diese Chance wollen wir nutzen, als starke linke
Stimme in der Partei. Wir bleiben mit der Partei im engen Austausch, sind aber
nicht ihr Anhängsel. Wo es nötig ist, stellen wir uns klar gegen bestehende
Positionen und gehen auch in den offenen Konflikt. Dabei wählen wir unsere
Kämpfe strategisch aus: Wir setzen unsere Kapazitäten gezielt ein und wägen ab,
bei welchen Anträgen, Konflikten und Machtfragen sich eine aktive Einmischung
besonders lohnt und wo wir Mehrheiten gewinnen können.
Unser Ziel ist klar: Wir wollen linke Mehrheiten in der Partei gewinnen und
organisieren. Dafür verstehen wir Parteiarbeit als Organizing. Wir wollen
grundsätzlich Beteiligungsmöglichkeiten innerhalb BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sichtbar
machen, Hürden abbauen und Mitglieder darin bestärken, ihre Perspektiven und
Anliegen selbstbewusst in die Partei einzubringen. Deshalb wollen wir dauerhafte
Beziehungen und Strukturen aufbauen, in der GRÜNEN JUGEND München und in der
Partei. Der Vorstand der GRÜNEN JUGEND München soll sich deshalb eng mit dem
Stadtvorstand und der Stadtratsfraktion der Grünen vernetzen. Wir wollen den
regelmäßigen Austausch mit unseren Mandatsträger*innen pflegen und sie zu
Veranstaltungen oder Vorstandssitzungen einladen. Dabei setzt der Vorstand seine
zeitlichen Kapazitäten zielführend ein und evaluiert die Zusammenarbeit mit den
jeweiligen Gremien regelmäßig. Er vertritt in diesem Austausch die Anliegen und
Interessen der GRÜNEN JUGEND München und berichtet der Mitgliedschaft regelmäßig
darüber.
Darüber hinaus wollen wir unseren Kontakt zu Mitgliedern der Partei ausweiten
und mit ihnen ins Gespräch kommen. Dafür bleiben wir mit den Ortsverbänden im
Austausch, auch über geeignete Gremien wie die OVV. Durch Skill-Sharing wollen
wir unser Wissen, etwa zu Social Media und Bildungsarbeit, an Mitglieder der
Partei weitergeben.
Zu Stadtparteitagen und Kreisversammlungen mobilisieren wir unsere Mitglieder
gezielt, um linke Anträge und uns nahestehende Parteimitglieder bestmöglich zu
unterstützen. Bei wichtigen innerparteilichen Entscheidungen bringen wir uns mit
Anträgen, Redebeiträgen und unserer Öffentlichkeitsarbeit ein. Delegiertenwahlen
wollen wir gezielt vorbereiten, geeignete Mitglieder der GRÜNEN JUGEND München
frühzeitig für Kandidaturen ansprechen und alle unsere Mitglieder aktiv
unterstützen, die für Delegationen, Ämter und Mandate in der Partei antreten.
Wir wollen dafür kämpfen, dass INTA*-Personen in der Partei sichtbarer werden.
Wir setzen uns für ihre Interessen und Anliegen ein und unterstützen sie bei
ihrem politischen Engagement, zum Beispiel, indem wir den Prozess hin zu einer
FLINTA*-Quotierung unterstützen. Dabei setzen wir auf eine enge Zusammenarbeit
mit dem Feminist Future Program (FFP). Außerdem prüfen wir, Veranstaltungen
anzubieten, auf denen Mitglieder der Partei mehr über die Lebensrealitäten von
INTA*-Personen erfahren, am besten direkt von INTA*-Personen selbst.
Die GRÜNE JUGEND München besteht nicht nur aus der kreisfreien Stadt München,
sondern auch aus dem Landkreis München, mit all seinen verschiedenen Gemeinden.
Seit diesem Jahr gehört auch der Landkreis Dachau zu uns. Deshalb wollen wir
mindestens eine gemeinsame Veranstaltung mit den Grünen München-Land oder Dachau
organisieren. Den Kontakt dorthin halten wir eng, indem wir etwa ihre
Vorstandssitzungen oder Kreisversammlungen besuchen. Sollten weitere Regionen
unserem Kreisverband zugeordnet werden, behandeln wir diese ebenbürtig.
Aufmerksamkeit ist für uns kein Selbstzweck, sondern ein politisches Werkzeug.
Mit unserer Öffentlichkeitsarbeit wollen wir linke Perspektiven auf grundlegende
und tagesaktuelle Themen in den Fokus rücken und gezielt eigene Themen in der
Münchner Öffentlichkeit setzen. Komplexe politische Zusammenhänge wollen wir
verständlich aufbereiten. Durch eine professionelle, kreative und vielfältige
Gestaltung wollen wir noch mehr junge Menschen für unsere Themen begeistern und
zur GRÜNEN JUGEND München bringen.
Dafür setzen wir auf einen starken digitalen Auftritt in den sozialen Medien.
Den eingeschlagenen Weg mit Kurzvideoformaten (TikToks, Reels) gehen wir weiter.
Unser Ziel ist mindestens ein Kurzvideo pro Woche. Neben unseren Sprecher*innen
als Gesichtern der GRÜNEN JUGEND München zeigen wir auch unsere Arbeit im
Vorstand und in Teams, unsere Veranstaltungen und unsere Mitglieder. So geben
wir Einblicke in unser Verbandsleben. Für diese Aufgaben setzen wir wieder ein
Social-Media- und/oder TikTok-Team ein, das sich auf die Entwicklung von
Kurzvideoformaten und das kreative Aufgreifen von Trends konzentriert. Wir
prüfen, ob wir eine Social Media Werkstatt, um mit der gesamten Mitgliedschaft
Social Media Content gestalten zu können, durchführen.
Wir erarbeiten eine Kommunikationsstrategie mit strategischen Zielen für
Instagram, TikTok und Presse und überprüfen sie halbjährlich. Auch unsere
Ortsgruppen sollen die Möglichkeit besitzen einen Social Media Auftritt zu
haben. Dabei orientiert sich die Öffentlichkeitsarbeit an einem Konzept für
Social Media der Ortsgruppen.
Wir wollen, dass allen Mitgliedern finanzielle Teilhabe im Verband ermöglicht
wird und unsere Haushaltslage und Möglichkeiten zur Kostenabrechnung transparent
gestalten. Jedes Mitglied soll nach Möglichkeit auf Anfrage hin Einblick in die
aktuelle Finanzlage des Verbandes erhalten. Die Informationen zur
Kostenrückerstattung wollen wir für Mitglieder zugänglicher aufbereiten. Dadurch
wollen wir Mitglieder einerseits besser informieren und andererseits
sicherstellen, dass alle Mitglieder sich unabhängig der eigenen finanziellen
Situation beteiligen können. Um zukünftig finanziell gut aufgestellt zu sein,
prüfen wir weitere Einnahmequellen. Nach Möglichkeit wollen wir daher die
Einnahmen durch Spenden und Fördermitgliedschaften (von beispielsweise
Mandatsträger*innen), sowie durch weitere Finanzierung durch alle Kreisverbände,
sowie projektbezogen auch Ortsverbände, von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in unserem
Gebiet ausbauen. Damit wollen wir unseren finanziellen Handlungsrahmen
erweitern. Darüber hinaus wollen wir unser Tagesgeldkonto weiterführen.
An den gegenwärtigen Aktiventreffen wollen wir festhalten. Dabei wollen wir
insbesondere für FLINTA*-Personen, Menschen aus nicht-akademischen Haushalten,
Menschen mit Antisemitismus und Rassismus Erfahrungen (MARE), minderjährige
Personenund Menschen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen ansprechende
Treffen organisieren.
Zudem wollen wir mehr nach außen gerichtete Veranstaltungen durchführen, damit
auch in der GRÜNEN JUGEND München nicht engagierte Personen Einblick in unsere
Verbandsarbeit erhalten. Das Angebot der Arbeitskreise wollen wir evaluieren und
gegebenenfalls anpassen. Zudem wollen wir die in diesem Jahr gegründeten
Ortsgruppen auch zukünftig fortführen und das Angebot ausweiten.
Damit alle Mitglieder sich in der GRÜNEN JUGEND München sicher und wohlfühlen
können, stärken wir unsere Awareness-Strukturen. Unser Ziel ist es, bei allen
größeren Veranstaltungen Awareness-Ansprechpersonen anwesend zu haben. Die
Awarenessgruppe werden wir als festen Bestandteil unserer Awarenessarbeit
etablieren und schrittweise erweitern. Im kommenden Jahr werden wir
Awarenesspersonen wählen und erneut eine Awareness-Schulung anbieten, die bis
spätestens Februar stattfindet.
Begründung
Erfolgt mündlich.
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